ColorChecker Passport

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Die Frage “wie funktioniert der ColorChecker Passport” kommt immer wieder. Warum braucht man so viele Farben, was bedeuten die Plus- und Minus-Symbole und warum brauche ich dieses Ding überhaupt?

Es ist relativ einfach! Der ColorChecker Passport hilft eigentlich nur bei zwei Dingen: a) dem Weißabgleich und b) bei der Erstellung von Kameraprofilen.

zu a):

den Weißabgleich nimmt man in zB Lightroom mit dem Weißabgleich-Werkzeug von irgend einem neutralen Farbfeld (siehe Bild). Dieses Feld sollte nicht zu dunkel bzw zu hell aufgenommen sein und noch in allen Kanälen Farbinformation beinhalten. Darum gibt es mehrere graue Felder in verschiedenen Abstufungen.

Wenn man die Aufnahmen etwas wärmer im Weißabgleich haben will, kann man auf ein Feld mit dem “Plus” klicken. Je nach dem wie viel Blau in diesem Feld enthalten ist, wird das Bild wärmer oder weniger warm eingestellt.

Wenn man die Aufnahme etwas kühler haben will, kann man auf ein Feld mit dem “Minus” klicken. Diese Felder sind eher rötlich und dadurch wird der Weißabgleich kälter eingestellt. Komplementär-Farben und so ;-)

zu b):

Kameraprofile will man deshalb haben, damit der Sensor “neutral” eingestellt ist. Hier werden je nach Lichtspektrum in der jeweiligen Lichtsituation die Abweichungen des Sensors gemessen und als Kameraprofil gespeichert. Dieses Profil wird im Anschluss in zB Lightroom angewendet. Das kann man sich genau so vorstellen wie das Profilieren und Kalibrieren von Monitoren.

Hier gibt es zwei Ansätze: den ersten bei dem man immer und in jeder Lichtsituation ein Kameraprofil erstellt und dieses dann auf die Bilder in der jeweiligen Situation anwendet. Kann beispielsweise bei Produktaufnahmen im Studio sehr wichtig sein um genau die richtigen Farben schon in der Kamera zu erhalten.

Der zweite Ansatz ist der, dass man sich ein Kameraprofil als 95%igen Startpunkt macht und dieses auf alle Bilder anwendet. Hier kann man in der Software vom ColorChecker Passport auch aus zwei Lichtarten ein Profil erstellen. Diese zwei Lichtarten sollen möglichst unterschiedliche Spektren haben um so das Mittel der Abweichung am Sensor zu errechnen und daraus ein Profil zu erstellen. Klinkt kompliziert, wird aber von der Software gemacht und funktioniert. Ich persönlich verwende diese Art, da ich nicht jedes mal ein neues Profil für den Sensor rechnen will, wenn sich die Lichtsituation ändert.

a) oder b)

Wichtig zu wissen ist, dass a) mit b) nicht zwangsläufig etwas zu tun hat und dass das eine das andere nicht ersetzt. Ich verwende wie gesagt ein “Standardprofil” für die Profilierung meines Sensors. Den Weißabgleich muss ich aber trotzdem immer setzten. Dies geht aber denkbar schnell und einfach mit dem ColorChecker Passport. Nur schnell ins Bild halten, wenn sich die Lichtsituation geändert hat und schon habe ich ein Referenzbild, dass ich in zB Lightroom für den Weißabgleich der Bilder dieser Situation verwenden kann.

Vorraussetzungen an der Kamera: in RAW fotografieren!